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Plötzlich sitzen goldschimmernde Käfer am Fenster oder in der Badewanne? Bei der allerersten Begegnung mit dem Messingkäfer fragt man sich meist, woher er kommt und ob Gefahr besteht. Sein Auftauchen wirkt oft überraschend, doch in den meisten Fällen folgt es einem klaren Muster: Bestimmte Veränderungen im Gebäude oder im Raumklima können dazu führen, dass die Tiere sichtbarer werden. Dieser Artikel erklärt, welche Ursachen dahinterstecken, woran man Messingkäfer zuverlässig erkennt und in welchen Situationen sie vermehrt auftreten. Außerdem erfahren Sie, wie Sie einem Besuch in den Wohnräumen vorbeugen und wie Sie den Messingkäfer bekämpfen – mit dauerhaftem Erfolg.
Der Messingkäfer ist kein klassischer Eindringling, der von außen unsere Wohnungen betritt. In der Praxis stammt er fast immer aus dem Gebäude selbst. Besonders häufig tritt er in Altbauten, Dachgeschossen oder Fachwerkhäusern auf – immer dort, wo historische Bodenaufbauten vorhanden sind. In alten Dielenkonstruktionen ist oft eine Bodenschüttung vorhanden, die als Dämm- und Ausgleichsschicht in der Holzbalkendecke dient. Sie besteht aus Materialien wie Stroh, Holzfasern, Kork, Lehm oder ähnlichen Naturstoffen. Diese Mischung bietet dem Messingkäfer ein ideales Mikroklima: dunkel, ruhig, trocken und reich an organischen Bestandteilen. Genau dort lebt er dauerhaft und kann stabile Populationen bilden, ohne im Wohnraum überhaupt aufzufallen.
Wichtig zu wissen: Messingkäfer werden nicht von außen in Gebäude eingeschleppt, sondern sind häufig seit Jahrzehnten Teil der Bausubstanz. Verhindern lässt sich ihre Anwesenheit daher kaum. Was sich jedoch beeinflussen lässt, ist ihr Auftauchen in Wohnräumen. Erst wenn sich im Bodenaufbau etwas verändert – etwa durch Hitzeperioden, Renovierungsarbeiten, neue Dämmungen oder Erschütterungen – erscheinen die Käfer plötzlich an der Oberfläche. Sie gelangen dann vereinzelt in Wohnräume, Badezimmer oder Flure.
Im Normalfall stören uns Messingkäfer nicht, da sie tief verborgen im Bodenaufbau des Hauses leben. Sichtbar werden sie erst, wenn einzelne Tiere ihren gewohnten Lebensraum verlassen und in die oberen Bereiche des Gebäudes gelangen. Entsprechend deuten nur wenige, aber charakteristische Beobachtungen auf ihre Anwesenheit hin.
Auch wenn Messingkäfer fest zum Bodenaufbau vieler älterer Gebäude gehören, lässt sich das Risiko ihres Auftauchens im Wohnraum deutlich reduzieren. Die folgenden Schritte unterstützen Sie dabei, die Aktivität der Messingkäfer zu begrenzen und den Wohnraum ruhig zu halten.
Wenig betretene Räume wie Dachböden, Abstellräume und Keller bieten den Käfern ruhige Rückzugsorte. Durch regelmäßiges Aufräumen, Saugen und das Bewegen gelagerter Gegenstände entsteht Unruhe. Somit werden diese Bereiche für die Messingkäfer ungemütlich.
Bei Bedarf verlassen Messingkäfer den Bodenaufbau und wandern ins Haus. Kleine Spalten zwischen Dielen, lockere Sockelleisten oder Risse in Wand- und Bodenanschlüssen können diesen Weg erleichtern. Wer solche Stellen abdichtet oder befestigt, erschwert den Käfern den Zugang in die Wohnbereiche.
Das Mikroklima im Bodenaufbau lässt sich zwar nicht direkt steuern. Doch ein insgesamt ausgeglichenes Raumklima kann extreme Veränderungen abfedern und damit das Auftreten der Messingkäfer beeinflussen. Regelmäßiges Lüften, leicht konstante Temperaturen und das Vermeiden länger anhaltender Überhitzung tragen dazu bei, das Raumklima stabil zu halten.
Nach Sanierungen, neuen Dämmungen oder Arbeiten an der Deckenkonstruktion kann es zu einem verstärkten Auftreten von Messingkäfern kommen. Durch die veränderten Bedingungen im Bodenaufbau werden die Tiere an die Oberfläche gedrängt. In manchen Fällen beruhigt sich die Situation nach einiger Zeit wieder – vorausgesetzt, das Klima stabilisiert sich und es liegen keine weiteren Störquellen vor. Treten die Käfer jedoch weiter in Erscheinung oder nimmt die Aktivität sogar zu, ist professionelle Hilfe gefragt. Ein Kammerjäger prüft, ob bauliche Veränderungen den Bodenaufbau beeinflusst haben und ob weitere Maßnahmen zur Käferbekämpfung erforderlich sind.
Manche Fragen rund um die Bekämpfung von Messingkäfern tauchen immer wieder auf – vor allem, wenn man ein unbekanntes Insekt im Haus entdeckt oder sich unsicher ist, wie ernst die Lage wirklich ist. Die folgenden Antworten fassen die wichtigsten Punkte kurz und verständlich zusammen und helfen dabei, typische Unsicherheiten zu klären.
Messingkäfer sind für Menschen und Haustiere völlig ungefährlich. Sie übertragen keine Krankheiten, verursachen keine Bisse und richten normalerweise keine Schäden im Haus an. Ihr plötzlich massenhaftes Auftreten (zum Beispiel nach baulichen Veränderungen) kann jedoch zu einer unangenehmen Plage im Haus werden.
In vielen Online-Quellen wird behauptet, Messingkäfer würden Lebensmittel oder Textilien angreifen. In der praktischen Begutachtung zeigt sich jedoch ein anderes Bild, denn normalerweise halten sie sich nicht in unseren Küchen oder Kleiderschränken auf. Schäden an Kleidung, Teppichen oder Vorräten treten deshalb in der Regel nicht auf. Ein Befall von Lebensmitteln ist zwar theoretisch möglich, wird in der Praxis aber kaum beobachtet, da Messingkäfer ihre bevorzugte Ressource im Bodenaufbau finden.
Ein einzelner Messingkäfer ist noch kein Hinweis auf einen klassischen Schädlingsbefall. Da die Tiere im Bodenaufbau vieler Altbauten leben, kann es jederzeit vorkommen, dass ein Exemplar an die Oberfläche gelangt – oft ausgelöst durch Klimaänderungen oder kleine Störungen im Gebäude. Wenn die Sichtungen jedoch häufiger werden oder mehrere Tiere in kurzer Zeit auftreten, lohnt sich eine fachkundige Einschätzung.
Wie lange es dauert, um Messingkäfer loszuwerden, hängt vom Ausmaß des Befalls und den baulichen Gegebenheiten ab. Welche Schritte nötig sind und wie rasch sie wirken, kann ein Experte erst nach einer gründlichen Inspektion beurteilen.
Für Laien sind die Möglichkeiten bei der Bekämpfung von Messingkäfern begrenzt, da der eigentliche Befallsherd meist verborgen liegt. Hier hilft ein genauer Blick vom Fachmann. Eine gründliche Inspektion zeigt, wie ausgeprägt der Befall ist und wo die Ursache liegt. Aus den Ergebnissen wird ein individueller Bekämpfungsplan erstellt, der Art und Ausmaß des Befalls sowie die baulichen Gegebenheiten berücksichtigt. Anschließend erfolgt die Bekämpfung gezielt, ohne dass die Decke vollständig geöffnet werden muss. Dabei wird Silikatstaub in die Hohlräume eingebracht, wo er sich verteilt und die Insekten durch Austrocknung unschädlich macht. Er wirkt nicht nur auf ausgewachsene Tiere, sondern auch auf Larven und andere Entwicklungsstadien – selbst dort, wo man sonst nicht hinkommt. Das Verfahren ist dauerhaft wirksam und verzichtet vollständig auf flüssige Insektizide. Auf diese Weise lässt sich der Befall nachhaltig eindämmen, sodass wieder Ruhe in den Wohnraum einkehrt.